WM-Aus im Achtelfinale: DVV-Frauen unterliegen Olympiasieger Italien

Foto: volleyballworld Foto: volleyballworld Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist die Weltmeisterschaft in Thailand beendet. Das Team von Bundestrainer Giulio Bregoli unterlag im Achtelfinale in Bangkok den starken Olympiasiegerinnen aus Italien mit 0:3 (22:25, 18:25, 11:25).

Nach dem überragenden letzten Gruppenspiel gegen Polen, das die DVV-Frauen erst in der Verlängerung des Tiebreaks verloren hatten, präsentierten sie sich auch gegen die Weltranglistenersten gut und hielten in den ersten beiden Sätzen zunächst mit. Doch in der Schlussphase zeigten die Favoritinnen, warum sie seit 32 Pflichtspielen ungeschlagen sind. Den dritten Durchgang dominierten sie dann von Beginn an und ließen den Deutschen keine Chance mehr. Beste Scorerin im deutschen Team waren Lina Alsmeier mit zehn und Hanna Orthmann sowie Emilia Weske mit jeweils sieben Punkten. Bei Italien überragte Paola Egonu mit 21 Punkten.

„Jetzt gerade ist es hart, denn wir haben es uns natürlich anders vorgestellt, als hier glatt in drei Sätzen zu verlieren. Wir wollten einen größeren Kampf liefern und wie gegen Polen zeigen, dass wir auf so hohem Niveau spielen können. Es ist sehr traurig, dass wir jetzt raus sind“, sagte Lina Alsmeier, die aber auch die starke Leistung der Gegnerinnen anerkannte: „Glückwunsch an Italien, sie haben sehr gut gespielt.“

Auch Giulio Bregoli musste die Klasse der Italienerinnen anerkennen: „In den ersten beiden Sätzen waren wir immer dran, im dritten hatten wir dann leider sehr viele Probleme, die wir nicht lösen konnten, vor allem im Angriff. Italien hat sich immer sehr schnell angepasst und Lösungen gefunden, das ist uns nicht gelungen.“

Dennoch blickt das Team auf einen erfolgreichen Sommer zurück und positiv in die Zukunft. „Wir haben in diesem Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wir hatten viele junge Spielerinnen dabei. Wir wollen etwas Neues aufbauen, das haben wir hier schon gezeigt. In den nächsten Jahren werden wir weiterwachsen und stärker werden“, so Lina Alsmeier. Und auch der Bundestrainer zeigt sich insgesamt mit der Entwicklung zufrieden: „Es ist eine lange Reise, aber wir haben die ersten wichtigen Schritte gemacht. Wir müssen weiter hart arbeiten. Auch wenn wir nach dieser Niederlage heute natürlich traurig sind, ändert das nichts daran, dass wir mit dem Sommer glücklich sind.“

Spielbericht

Starting Team: Sarah Straube, Emilia Weske, Hanna Orthmann, Lina Alsmeier, Camilla Weitzel, Anastasia Cekulaev, Anna Pogany

Die Partie begann ausgeglichen, Italien erspielte sich den ersten kleinen Vorsprung (2:4). Mit guter Abwehrarbeit von Pogany und starken Angriffen von Orthmann und Weske drehten die Deutschen den Spielstand in eine 9:7-Führung. Doch mit einem Block gegen Orthmann glichen die Olympiasiegerinnen umgehend wieder aus (10:10) und gingen ihrerseits wieder in Führung (10:12). Die Block-Feldabwehr der DVV-Frauen stand gut, doch der Angriff war nicht effektiv genug und so setzten sich die Italienerin weiter ab (13:18). Antonia Stautz kam für Orthmann, zudem brachte Bregoli Lena Stigrot und Corinna Glaab für Weske und Straube. Stigrot wurde zunächst geblockt (14:20), dann kam Orthmann zurück und punktete doppelt zum 18:21. Stigrot verkürzte noch auf 19:21, dann spielte die Italienerinnen ihre Überlegenheit aus und sicherten sich fünf Satzbälle. Stigrot wehrte den ersten ab, Cekulaev den zweiten mit einem Block und Alsmeier mit einem Hinterfeldangriff den dritten. Den vierten nutzten die Italienerinnen schließlich zu 1:0-Satzführung.

Die Deutschen ließen sich davon jedoch nicht beirren und spielten weiter stark auf. Zunächst ging es hin und her (2:0, 2:2, 4:5). Nach zwei starken Abwehraktionen von Orthmann und zwei guten Angriffen von Alsmeier und Weitzel ging das deutsche Team erneut in Führung (9:8). Dann packte Weske zweimal im Block zu und und auch Orthmann passte am Netz auf (13:11). Der Block stand gut, doch im Angriff unterliefen den Deutschen zu viele Fehler (14:16). Doch auch die Italienerinnen machten Fehler (16:16). Nach dem 18:18 kippte allerdings der Satz: Italien gelang alles, Deutschland fand überhaupt keine Lösungen mehr. Mit sieben Punkten in Folge sicherten sich die Weltranglistenersten klar den zweiten Durchgang.

Im dritten Satz lief bei den Deutschen nicht mehr viel zusammen. Der italienische Block war kaum zu überwinden (2:6), zudem servierten die Favoritinnen nun stark (3:8). Bregoli brachte Marie Schölzel für Cekulaev. Die DVV-Frauen waren mit ihren Angriffen jedoch zu harmlos, sodass die Italienerinnen leichtes Spiel hatten und immer weiter davonzogen (5:15). Pia Timmer kam noch einmal für Weske, aber nach einem weiteren Ass und zwei Blocks wuchs der Rückstand weiter (9:22). Kurz darauf hatte Italien satte 14 Satzbälle. Schölzel wehrte den ersten noch mit einem Block ab, dann feierten die Italienerinnen ihren 33. Sieg in Folge und den verdienten Einzug ins Viertelfinale der WM.

 

Hier geht’s zum kompletten Spielplan.

WM-Kader

4 Anna Pogany Libera LOVB Madison (USA)
5 Corina Glaab Zuspiel Ladies in Black Aachen
6 Antonia Stautz Außenangriff Allianz MTV Stuttgart
9 Lina Alsmeier Außenangriff Igor Gorgonzola Novara (ITA)
10 Lena Stigrot Außenangriff Kurobe Aqua Fairies Toyama (JPN)
11 Pia Timmer Außenangriff Atlanta Vibe (USA)
12 Hanna Orthman Außenangriff Türk Hava Yollari SK (TUR)
13 Emilia Weske Diagonal Volley Bergamo (ITA)
14 Marie Schölzel Mittelblock Queenseis Kariya (JPN)
16 Anastasia Cekulaev Mittelblock Reale Mutua Fenera Chieri ’76 (ITA)
21 Camilla Weitzel Mittelblock Savino Del Bene Scandicci (ITA)
22 Monique Strubbe Mittelblock Volley Bergamo (ITA)
23 Sarah Straube Zuspiel Consolini Volley (ITA)
24 Patricia Nestler Libera Dresdner SC